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Die Geschichte des Musikvereins PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, den 13. November 2008 um 01:15 Uhr

 

Die Blasmusik ist in Hanfthal eine langjährig gepflegte Tradition.

Das Rundangerdorf Hanfthal ist eine Katastralgemeinde der Stadtgemeinde Laa an der Thaya, mit ca. 700 Einwohnern und etwa 290 Häusern nahe der Grenze zu Tschechien. Im Jahre 1920 wurde der Musikverein mit großem Idealismus und der Freude an der Musik unter der Führung des damals 20jährigen Otto Schmid gegründet.

 

Gründungsmitglied Otto Schmid

 

 

Die Gründungsversammlung fand am 26. September 1920 im damaligen Gasthaus Schmid statt, wobei als erster Obmann Matthias Kastner gewählt wurde. Kapellmeister war Otto Schmid, der auch die Satzungen des Vereines niederschrieb. Aus diesen Satzungen geht hervor, dass der Zweck des Vereines die Pflege und Hebung der Musik sein soll. Dieses Ziel soll durch wöchentliche Übungen und öffentliche Aufführungen erreicht werden. Der Proberaum war im Extrazimmer des Gasthauses Schmid untergebracht, und zum einjährigen Gründungsfest wurde am 18. September 1921 das 1. Vereinsfoto aufgenommen.

 

 

Gründungsfoto 18.9.1921

 

 

 

Das kulturelle Leben sowie kirchliche Feste wurden ab diesem Zeitraum aktiv vom Musikverein mitgestaltet. Aus den benachbarten Gemeinden unterstützten immer wieder einzelne Musiker oder der gesamte Verein die Feierlichkeiten und Feste. Bestand der Musikverein in den Anfangstagen noch hauptsächlich als Streichorchester, entwickelte sich bald daraus eine reine Blasmusikkapelle.

 

 

Streichorchester 18.9.1921

 

Schon einige Jahre nach der Vereinsgründung erfolgte im Jahr 1923 die erste Einkleidung. In den nachfolgenden Jahren, in denen die erste Aufbauarbeit geleistet wurde, gab es in der näheren Umgebung noch keinen Musikschulunterricht. So mussten diejenigen, die ein Instrument lernen wollten, mit dem Pferdefuhrwerk zu einem Musiklehrer nach Stronsdorf zum Geigenunterricht fahren. Einige Musikanten haben aber auch selbst die Jungmusiker am Blasinstrument angelernt.

 

Im Jahr 1926 übernahm Anton Eigner als Kapellmeister die Führung des Musikvereines, doch schon 1930 ging das Amt des Kapellmeisters wieder zurück an Otto Schmid. Während des 2. Weltkrieges wurde der Musikverein von Frank Rudolf, dem damaligen Volksschuldirektor in Hanfthal geleitet. Der Großteil der Musiker musste jedoch an die Front, wo einige gefallen sind:

 

 

 

  • Greifeneder Johann (Nr. 59)
  • Lebeda Josef          (Nr. 151)
  • Pitzl Josef              (Nr. 71)
  • Pitzl Matthias         (Nr.132)
  • Winna Johann         (Nr. 99)

Immer wenn die soziale Not am größten ist, kommen die Menschen einander näher und ein neuer Gemeinschaftsgeist lebt auf. So ist es nach diesen schrecklichen Jahren wieder Kapellmeister Otto Schmid, der die aus dem Krieg heimkehrenden Musiker sammeln konnte und 1945 neuerlich die Probenarbeit übernahm. Wieder waren es in erster Linie kirchliche Feiern und kulturelle Veranstaltungen, die in dieser Zeit vom Musikverein begleitet wurden.

 

10 jähriges Gründungsfest

 

Im Jahr 1954 übernahm der damalige Direktor der Volksschule Hanfthal, OSR Alexander Bergauer das Amt des Kapellmeisters. Noch im selben Jahr erreichte der Musikverein bei der Konzertmusikbewertung in Schrattenberg in der Unterstufe einen 1. Rang. Im darauffolgenden Jahr 1955 wurde der Musikverein auf Grund seines 35jährigen Bestehens mit neuen Uniformen ausgestattet. Anlässlich dieses 35jährigen Jubiläums wurde auch das Bezirksblasmusikfest in Hanfthal abgehalten. Der Musikverein erreichte bei dieser Konzertmusikbewertung in der Oberstufe einen 1. Rang mit Auszeichnung.

1972 übernahm Johann Seidl für lange Zeit das Amt des Obmannes und der Musikverein wurde zum dritten Mal neu eingekleidet. Ab dem Jahr 1973 oblag die musikalische Leitung wieder Otto Schmid. Seit dieser Zeit wird regelmäßig an den Konzertmusikbewertungen des Blasmusikverbandes teilgenommen. Dir. Anton Leisser wurde im Jahr 1974 der erste Stabführer des Musikvereines. Mit ihm wurde im Jahr 1979 erstmals in Wilfersdorf an einer Marschmusikbewertung des Blasmusikverbandes teilgenommen, bei der in der Mittelstufe ein 1. Rang erzielt wurde. Bis zu seinem Rücktritt im Jahr 2002 stand Dir. Leisser bei zahlreichen Ausrückungen und Marschmusikbewertungen in der ersten Reihe des Musikvereines.

Ab 1978 konnte Otto Schmid, der durch seine Krankheit bereits gezeichnet war, nicht mehr regelmäßig die Proben leiten. Nach Absprache mit ihm und Richard Thein übernahm dieser gemeinsam mit den Musikern die Vorbereitung für die kommende Konzertmusikwertung. Für Richard Thein, der bereits 1975 beim NÖ Blasmusikverband die Kapellmeisterprüfung abgelegt hatte, war es eine Herausforderung, sein dabei erlangtes Wissen in die Praxis umzusetzen. Bei der ersten Konzertmusikbewertung unter seiner Führung wurde am 3.12.1978 in Laa a.d. Thaya in der Mittelstufe ein sehr guter erster Rang erreicht. Nach dem Tod des hoch geschätzten Kapellmeisters Otto Schmid am 23.6.1979 wurde noch im selben Jahr Richard Thein zum Kapellmeister gewählt.

 

Richard Thein

 

Die wöchentlichen Proben fanden damals noch im Extrazimmer des Gasthauses statt. Da seit einigen Jahren durch die städtische Musikschule Laa auch in Hanfthal Musikinstrumente erlernt werden konnten, nahm die Zahl der Jungmusiker in dieser Zeit noch mehr zu. Dadurch wurde der damalige Proberaum zu klein, sodass die Suche nach einer geeigneten Lokalität begann. Der Zufall wollte es, dass gerade die örtliche Volksschule renoviert wurde. Der damalige Bürgermeister der Stadt Laa a.d. Thaya, Dkfm. Otto Frummel, erlaubte uns, den Turnraum dieses Gebäudes für unsere Zwecke als Proberaum unentgeltlich benützen zu dürfen. Die erste Probe im neuen Proberaum fand am 7. Sept. 1979 statt. Das Platzangebot schien riesig und so wurden noch Abstellflächen für das Notenmaterial, die Uniformen, Instrumente und ein kleines Archiv eingerichtet. Während dieser Arbeiten wurde natürlich auch eifrig geprobt, sodass in kürzester Zeit auch das musikalische Niveau gesteigert werden konnte.

Aber nicht nur als Kapellmeister, sondern auch als Komponist hat Richard Thein gewirkt. Aus seiner Feder stammen folgende Werke:

 

  • Hanfthaler Grüße
  • Voran mit Elan
  • Dorfklänge
  • Durch‘s Weinviertel
  • Laaer Tennismarsch
  • Rundanger Marsch
  • Floriani Prozessionsmarsch

In seiner Ära wurde fast jedes Jahr an den Marschmusikbewertungen und Konzertmusikbewertungen des NÖ Blasmusikverbandes teilgenommen. Zu einer großartigen Veranstaltung lud der Musikverein Hanfthal im Jahre 1980 anlässlich des 60jährigen Bestandsjubiläums. Im Rahmen dieses Festes fand das Bezirksblasmusiktreffen mit ca. 700 Musikanten und die Marschmusikbewertung statt. Der Musikverein erreichte bei dieser Bewertung unter der Leitung von Kapellmeister Richard Thein und Stabführer Dir. Anton Leisser einen ersten Rangs mit Auszeichnung in der Mittelstufe.

 

35 jähriges Bestandsjubiläum

 

 

Nach einem weiteren Kapellmeisterwechsel im Jahr 1963 zurück zu Otto Schmid leitete von 1966 bis 1973 der damalige Volksschuldirektor, Bernhard Husch, den Musikverein. Dir. Husch, der auch Organist im Kirchenchor war, widmete sich in seinen Jahren als Kapellmeister sehr dem Aufbau des Nachwuchses. Unter der Führung von Dir. Husch erlernten viele Hanfthaler Jugendliche ein Blasinstrument, wobei diese auch teilweise von ihm unterrichtet wurden. Es gab vereinzelt Konzerte dieses Nachwuchsorchesters im Gasthaus. Ein Teil dieser damaligen Anfänger sind heute eine wesentliche Stütze des Vereines.

 

 

50 jähriges Bestandsjubiläum mit Kpm. Dir. Bernhard Husch

 

Marschmusikbewertung 1980

 

 

Unter selbiger Leitung durfte der Musikverein im Jahr 1984 das Land Niederösterreich beim Landesmusikfest in Götzis (Vlbg) vertreten. Daraus entwickelte sich eine langjährige Partnerschaft mit dem Musikverein Schnifis. Unter der Führung von Richard Thein und dank der Unterstützung der Stadtgemeinde Laa/Thaya wurde im Jahr 1987 der größere und neu ausgebaute Proberaum in der ehemaligen Volksschulklasse bezogen. Auf Grund von gesundheitlichen Problemen hat Richard Thein im Jahr 1988 nach zehnjähriger Tätigkeit seine Funktion als Kapellmeister zurückgelegt. Durch seine Liebe zur Musik und der Verbundenheit zum Musikverein ist er jedoch immer noch als Archivar-Stellvertreter im Vorstand tätig. Heute unterstützt er den Musikverein vor allem durch sein Können am Computer. So hat er das teilweise noch handgeschriebene und schlecht lesbare Notenmaterial auf seinem Computer neu geschrieben und gedruckt. Ebenso wurden in seiner Zeit die gesamten Blasmusiknoten neu archiviert.

Richard Thein folgte im Jahr 1988 Johann Schleifer als Kapellmeister. Was als Übergangslösung für den überraschenden Rücktritt von Richard Thein gedacht war, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit.

 

Kpm. Johann Schleifer

 

 

Einer der ersten Auftritte von Johann Schleifer als Kapellmeister war die Teilnahme beim 20jährigen Jubiläumsfest der Stadtkapelle Laa/Thaya. Im Jahr 1989 übernahm Dir. Johann Bruckner nach dem plötzlichen Tod des damaligen Obmannes Johann Seidl dessen Funktion. Ein Jahr später erfolgte die vierte und bisher letzte Neueinkleidung des Vereines. Durch die intensive Probenarbeit gelang es Kapellmeister Schleifer, die musikalische Qualität des Vereines weiter zu steigern. Der Lohn dieses Bemühens fruchtete in der Überreichung der Dirigentennadel in Bronze durch den damaligen Landeshauptmann Siegfried Ludwig für drei „Ausgezeichnete Erfolge“ bei Blasmusikkonzertbewertungen in Folge.

 

 

Überreichung der bronzenen Dirigentennadel durch LH Siegfried Ludwig 1991

 

 

Mit Bravour und Begeisterung leitete er nicht nur Konzertmusikbewertungen und Marschmusikbewertungen, sondern die Teilnahme des Musikvereines an anderen großen Ereignissen, wie das 25jährige Jubiläum der Stadtkapelle Laa/ Thaya.

1995 erfolgte ein Obmannwechsel von Dir. Johann Bruckner zu ÖKR Josef Kölbl. Noch im selben Jahr konnte dieser in Zusammenarbeit mit Kapellmeister Schleifer sein Organisationstalent bei der 75-Jahr-Feier des Musikvereines unter Beweis stellen. Es folgten weitere Konzert- und Marschmusikbewertungen, bei denen ausgezeichnete Erfolge erzielt werden konnten. Im Jahr 1997 nahm der Musikverein beim großen Musikfest in Oggau teil.

 

 

Mit Georg Eigner nahm 1998 ein junger engagierter Obmann die Geschicke des Vereines fest in seine Hand. So wurde noch im selben Jahr ein neuer Archivraum neben dem Probelokal bezogen. Seine Bewährungsprobe bestand er im Jahre 1999 beim 80jährigen Bestandsjubiläum des Musikvereines Hanfthal, mit dessen Organisation und Durchführung er und Kapellmeister Schleifer betraut waren. Das Team Eigner-Schleifer war in dieser Periode der tragende Pfeiler des Musikvereines. In dieser Zeit konnte auch wieder der Nachwuchs gefördert und in den Verein integriert werden. Die Früchte dieser Arbeit konnten bei den Bewertungen des Blasmusikverbandes mit „Ausgezeichneten“ und „Sehr Guten Erfolgen“ geerntet werden.

 

 

80 jähriges Bestandsjubiläum

 

 

 

Nach dem Ausscheiden des Stabführers Dir. Anton Leisser übernahm Wolfgang Ernst diese Funktion. Im Jahr 2002 legte Kapellmeister Johann Schleifer sein Amt überraschend zurück. In dieser schwierigen Situation übernahm dankenswerterweise Dir. Josef Zins die Funktion des Kapellmeisters.

 

 

85 Jahre Musikverein Hanfthal im Jahr 2005 mit Kpm. Josef Zins

 

 

Unter der Leitung von Kapellmeister Zins und Stabführer Ernst nahm der Verein mit großem Erfolg an den jährlichen Bewertungen des Blasmusikverbandes teil. Ebenso wurden die bereits zur Tradition gewordenen Frühschoppen beim Zwiebelfest und die Konzerte im Schloss Kirchstetten jedes Jahr gespielt. Obmann Georg Eigner konnte 2005 sein Organisationstalent abermals beim 85jährigen Bestandsjubiläum des Vereines beweisen. Er tat dies in gewohnter, verlässlicher Weise mit Unterstützung des gesamten Vereines. Auch beim 40jährigen Jubiläumsfest der Stadtkapelle Laa/Thaya im Jahr 2008 war der Musikverein mit Obmann Georg Eigner, Kapellmeister-Stellvertreter Gottfried Kölbl und Stabführer Wolfgang Ernst vertreten.

2009, nach siebenjähriger Tätigkeit von Kapellmeister Dir. Josef Zins kehrte Johann Schleifer ans Dirigentenpult zurück und übernahm gleichzeitig für ein Jahr die Funktion des Stabführers.

 

Zu Jahresende 2009 teilten Obmann Georg Eigner und sein Stellvertreter Florian Uhl ihren Entschluss mit, bei den Wahlen im Jahr 2010 nicht mehr zu kandidieren. Nach langer Suche, konnte Michael Stadt (A Zuagroasta)  als Obmann gewonnen werden. Die Funktion des Stellvertreters übernahm Beate Kalbacher, die sich bereits im Vorstand als Jugendreferentin qualifizierte. Die Beiden begannen ihre Funktionen gleich mit einer Feuertaufe - dem „90jährigen Bestandsjubiläum“ des Musikvereines Hanfthal im Jahr 2010. Bei diesem 3-tägigem Fest wurde von Blasmusik bis zu rockiger Unterhaltungsmusik für jeden Geschmack und jede Altersgruppe ein breites musikalisches Programm geboten. Auch die mitwirkenden Gastkapellen, die am Sonntag im Sternmarsch über den Rundanger ins Festzelt einmarschierten, trugen zur Unterhaltung des zahlreichen Publikums bei.

 

 

Als Dank für seine jahrelange geschickte Führung wurde Georg Eigner zum Ehrenobmann ernannt und diese Ehrung während dem Festakt der 90-Jahr-Feier durchgeführt.

 

In diesem Jahr 2010 wurden alle Musikerinnen und Musiker mit Winterjacken und im Jahr 2011 schließlich mit Schals ausgestattet, um auch bei den Auftritten in der kalten Jahreszeit einheitlich eingekleidet zu sein.

 

Zu dieser Zeit wurde auch ein jährlicher Probennachmittag, der meistens eine Woche vor dem mittlerweile schon traditionellen Konzert im März stattfindet, eingeführt. Die Vereinsaktivitäten bestehen neben den wöchentlichen Proben, wie bei den meisten Musikvereinen, aus Konzerten, kirchlichen Veranstaltungen, Begräbnissen, Hochzeiten, Teilnahme bei Bewertungen des NÖ Blasmusikverbandes, Frühschoppen und gemütlichen Feiern oder Ausflügen. Besonders groß geschrieben werden aber Aktivitäten für die jugendlichen Vereinsmitglieder und den Nachwuchs. Die beiden Jugendreferentinnen Sabine Schmid und Sandra Rogler bemühen sich ständig, immer wieder neue Aktivitäten und Ausflugsziele zu organisieren.

 

Ab dem Jahr 2013 gab es wieder Änderungen in der Vorstandsführung. Michael Stadt stellte nach drei Jahren wegen beruflicher und privater Veränderung seine Funktion als Obmann zur Verfügung. Dieses Amt übernahm auf Grund ihrer bisherigen Erfahrungen im Vorstand Beate Kalbacher, als deren Stellvertreter konnte mit Ing. Jörg Jansen ein neues Vorstandsmitglied gewonnen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 03. Februar 2017 um 05:42 Uhr